Daniel Richter: "Art of Cider, Edition No. 2", handsignierte Lithografie, Original, Nr. 297/400
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Archiv-Nr.: ART-21041.0047
| Künstler: | Daniel Richter |
| Entstehungsjahr: | 2009 |
| Technik/Ausführung: | handsigniert, Lithographie |
| Material: | Vélin Arches Papier, Echtholzrahmen mit Museumsglas |
| Auflage: | 400 |
| Reine Bildmaße: | 26 x 40 cm |
| Status (Unikat/Edition): | Originalgrafik, signiert & limitiert |
| Haupt-Farben: | Rot, Türkis |
| Tiefe: | ca. 2,5 cm |
| Format: | Einteilig |
| Breite in cm: | 44 |
| Höhe in cm: | 62 |
Weitere Informationen zu: "Daniel Richter: "Art of Cider, Edition No. 2", handsignierte Lithografie, Original, Nr. 297/400"
Daniel Richter
„Wenn Kunst ihr Versprechen einlöst, erweitert sie etwas in uns und bietet eine Form von Wahrheit – welche Konstruktion das auch immer sein mag.“
Daniel Richter zählt zu den prägenden Malern der Gegenwart, weil er Malerei als ein Medium der Verdichtung begreift – von Zeit, Erfahrung und gesellschaftlicher Spannung. Seit den 1990er-Jahren hat er die Malerei aus der Komfortzone ästhetischer Autonomie herausgeführt und ihr eine neue Dringlichkeit verliehen, ohne sie je auf eindeutige Aussagen oder politische Illustration zu reduzieren. Seine Bilder entstehen im Spannungsfeld von Abstraktion und Figuration, gespeist aus medialen Bildquellen, historischen Referenzen und gegenwärtigen Ausnahmezuständen.
Richters Malerei operiert mit intensiver Farbigkeit, bewusster Verzerrung und kontrollierter Unruhe. Figuren tauchen auf und lösen sich wieder auf, Räume kippen, Situationen bleiben ambivalent. Nicht das Ereignis selbst steht im Zentrum, sondern dessen atmosphärische Nachwirkung – das Gefühl kollektiver Unsicherheit, Bewegung oder Widerstand. Malerei wird bei Richter zu einem offenen Denkraum, in dem Bedeutung nicht festgeschrieben, sondern erfahrbar gemacht wird.
Als Künstler und Lehrer hat Richter die zeitgenössische Malerei nachhaltig beeinflusst. Seine Arbeiten sind international präsent und in bedeutenden Museumssammlungen verankert. Seine Bedeutung liegt nicht in ikonischen Einzelbildern, sondern in der Konsequenz, mit der er Malerei als reflexives, politisch aufgeladenes und zugleich autonomes Medium behauptet – offen, widersprüchlich und von anhaltender Relevanz.
Lesen Sie hier die vollständige Vita dieses bedeutenden Gegenwartskünstlers.
Qualität und Authentizität
Die Farblithografie „Art of Cider, Edition No. 2“ von Daniel Richter ist ein druckgrafisches Werk im klassischen Flachdruckverfahren. Für diese mehrfarbige Lithografie wurden drei Farbsteine verwendet, die das Druckbild schichtweise auf das hochwertige Velin-Papier (Büttenpapier) übertragen. Die spezifischen Eigenschaften des Papiers – gute Alterungsbeständigkeit und fein strukturierte Oberfläche – tragen wesentlich zu Bildwirkung und Farbbrillanz bei.
• Jahr: 2009
• Auflage: 400 Exemplare
• Nummerierung: 84/400
• Signatur: handsigniert unten rechts mit Bleistift
• Papier: Velin
• Blattmaß: 35 × 50 cm
• Authentizität: Original-Farblithografie mit Zertifikat
In der Edition Art of Cider verbindet Richter seine grafische Handschrift mit einem ungewöhnlichen Editionsthema, das ursprünglich im Kontext einer Kunst-und-Genuss-Edition erschien und 2009 publiziert wurde. Die thematische Ausprägung der Lithografie bewegt sich im Bereich moderner figurativer Druckgrafik, wie sie für Richters Œuvre der 2000er-Jahre prägend ist
Originalgrafiken von Daniel Richter
Richter zählt zu den einflussreichsten Stimmen der zeitgenössischen Malerei, und auch in der Druckgrafik bleibt seine Bildsprache kompromisslos: vielschichtig, politisch aufgeladen und von großer formaler Präsenz. Seine Lithografien, Radierungen und Siebdrucke entstehen in limitierten Auflagen und werden bewusst als eigenständige Werke konzipiert – nicht als bloße Ableitungen der Malerei.
Ein wesentliches Qualitätsmerkmal ist die handschriftliche Signatur, die Daniel Richter in der Regel mit Bleistift setzt. Diese Praxis hat sich aus gutem Grund etabliert: Bleistift ist dauerhaft stabil, bewahrt die Integrität des Papiers und hebt sich klar vom gedruckten Motiv ab. Vor allem aber markiert die Signatur die persönliche Autorisierung des Künstlers und verleiht jedem Blatt seine unverwechselbare Individualität.
Wir führen ausschließlich Originalgrafiken von Daniel Richter in ausgezeichnetem Erhaltungszustand. Jedes Werk wird sorgfältig geprüft und mit Blick auf Papierqualität, Druckfrische und Signatur ausgewählt. Dadurch eignen sich diese Arbeiten sowohl für Einsteiger, die zeitgenössische Kunst authentisch entdecken möchten, als auch für erfahrene Sammler, die eine substanzielle und zugleich zugängliche Position innerhalb der Gegenwartskunst suchen.
Ein Original von Richter steht für Haltung, Zeitbezug und künstlerische Konsequenz – präsent, relevant und nachhaltig.
Lieferung mit hochwertiger Rahmung
Der abgebildete Rahmen nebst Passepartout ist fester Bestandteil des Angebots und wurde bewusst gewählt, um die Wirkung der Originalgrafik optimal zu unterstützen. Es handelt sich um einen minimalistischen Echtholzrahmen, der sich besonders für Grafiken und Fotografien eignet und deren Charakter unterstreicht, ohne sich in den Vordergrund zu drängen.
Gefertigt wird der Rahmen aus massivem Kiefernholz, kombiniert mit einer sorgfältigen, hochwertigen Folierung. Diese verleiht dem Rahmen nicht nur eine edle, zeitlose Optik, sondern auch eine dauerhafte Wertigkeit. Verarbeitet werden italienische Leisten, bekannt für ihre präzise Profilierung und ausgewogene Proportionen. Die Fertigung erfolgt in einer Dresdner Rahmenmanufaktur, in der handwerkliche Erfahrung und Qualitätsbewusstsein im Mittelpunkt stehen.
Abgerundet wird die Ausstattung durch echtes Museumglas mit UV-Schutz und Entspiegelung. Es schützt das Kunstwerk zuverlässig vor schädlichen Lichteinflüssen und ermöglicht zugleich eine klare, ruhige Betrachtung – ganz im Sinne einer musealen Präsentation für Ihr Original.
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| Auflage: | 400 |
|---|---|
| Reine Bildmaße: | 26 x 40 cm |
| Status (Unikat/Edition): | Originalgrafik, signiert & limitiert |
| Tiefe: | ca. 2,5 cm |
| Technik/Ausführung: | Lithographie, handsigniert |
| Material: | Echtholzrahmen mit Museumsglas, Vélin Arches Papier |
| Entstehungsjahr: | 2009 |
| Haupt-Farben: | Rot, Türkis |
| Format: | Einteilig |
"Daniel Richter"
Daniel Richter – Malerei als Verdichtung von Zeit, Erfahrung und Widerstand
Daniel Richter (*1962 in Eutin) gehört zu jenen Künstlern, deren Werk sich nicht aus akademischer Geradlinigkeit, sondern aus biografischer Reibung speist. Seine Malerei ist geprägt von Brüchen, Umwegen und bewussten Positionswechseln – und gerade darin liegt ihre besondere zeitgenössische Kraft. Seit den 1990er-Jahren hat Richter die Möglichkeiten der Malerei neu vermessen und ihr eine politische wie emotionale Dringlichkeit zurückgegeben, ohne sie je in den Dienst eindeutiger Botschaften zu stellen.
Prägungen jenseits des Ateliers
Bevor Daniel Richter Maler wurde, war er Teil einer Szene, die mit dem
etablierten Kunstbetrieb wenig zu tun hatte. In den 1980er-Jahren lebte er in
Hamburg im Umfeld der Punk- und Hausbesetzerbewegung, entwarf
Plattencover für Bands und Labels und bewegte sich in einem Milieu, in
dem Haltung wichtiger war als Karriere. Richter arbeitete in dieser Zeit unter
anderem an Siebdrucken und Konzertgrafiken, die im Umfeld der Hamburger
Musikszene zirkulierten – die Erfahrung, Bilder schnell, direkt und unter realen
Bedingungen wirksam zu machen, sollte seine spätere Malerei nachhaltig prägen.
Erst 1991, also vergleichsweise spät, entschied er sich für ein Studium
an der Hochschule für bildende Künste Hamburg bei Werner Büttner. Dort
traf er auf eine Malereigeneration, die Ironie, Provokation und intellektuelle
Schärfe kultivierte. Entscheidender noch war seine Tätigkeit als Assistent von
Albert Oehlen. Richter berichtete später, dass er in dieser Zeit weniger „Stil“
lernte als ein Verständnis dafür, Malerei als offenes System zu begreifen – als
etwas, das scheitern darf, sich widerspricht und gerade daraus seine Energie
bezieht.
Von der Abstraktion zur aufgeladenen Figuration
Die frühen Arbeiten der 1990er-Jahre sind überwiegend abstrakt und von
eruptiver Farbigkeit geprägt. Leuchtende Pigmente, scharf geschnittene Formen
und rhythmische Bildstrukturen erzeugen eine visuelle Unruhe, die weniger
erzählt als körperlich wirkt. Diese Bilder entstehen in einer Zeit, in der
Richter bewusst gegen jede Form illustrativer Lesbarkeit arbeitet –
Malerei als Ereignis, nicht als Abbild.
Um die Jahrtausendwende vollzieht sich ein Einschnitt, der sein Werk bis heute
definiert. Figuren treten ins Bild: Menschenmengen, Demonstranten, Soldaten,
Flüchtende. Ausgangspunkt sind häufig Fotografien aus Zeitungen oder dem
Fernsehen – Bilder politischer Ausnahmezustände, von Protest, Gewalt oder
kollektiver Bewegung. Richter überträgt diese Vorlagen jedoch nicht
dokumentarisch. Er verzerrt Perspektiven, verschiebt Farben ins
Unnatürliche, löst Körper in malerische Zonen auf. Eine Demonstration
kann bei ihm in grelles Pink oder giftiges Grün getaucht sein, ein nächtlicher
Wald zur Bühne eines kaum greifbaren Geschehens werden. So entstehen Bilder, die
vertraut wirken und sich zugleich jeder eindeutigen Deutung entziehen.
Arbeitsweise und künstlerische Haltung
Richters Malerei lebt von der Spannung zwischen Kontrolle und Kontrollverlust. Der Bildaufbau ist präzise geplant, zugleich bleiben Zufall, Übermalung und Brüche sichtbar. Politische Themen sind präsent, aber nie illustrativ. Richter selbst hat mehrfach betont, dass er keine Stellungnahmen malt, sondern Zustände. Seine Bilder funktionieren wie Verdichtungen kollektiver Erfahrung – sie zeigen nicht was passiert, sondern wie es sich anfühlt, in einer von Unsicherheit, Machtverschiebungen und medialer Überreizung geprägten Gegenwart zu leben.
Der Kunstschaffende betont in Interviews immer wieder, dass Malerei für ihn
nicht in traditioneller Lesbarkeit oder Illustration bestehen
sollte, sondern in einem offenen, suchenden Prozess zwischen Figuration und
Abstraktion, in dem einfache Zuordnungen bewusst vermieden werden.
Seine Bilder operieren entsprechend häufig mit historischen und politischen
Bildquellen, deren Bedeutungsräume sich nicht unmittelbar erschließen.
Dabei greift seine Malerei auf ein kollektives Bildgedächtnis zurück und öffnet sich so für Betrachter mit historischem oder gesellschaftlichem Vorwissen in zusätzlichen Ebenen, ohne jemals auf eine eindeutige Lesart festgelegt zu sein. Arbeiten wie Tarifa, September oder Lonely Old Slogan verdeutlichen exemplarisch, wie reale Ereignisse und mediale Bildvorlagen in malerische Situationen übersetzt werden, die weniger erklären als atmosphärisch verdichten.
Lehre, Einfluss und internationale Rezeption
Neben seiner eigenen künstlerischen Praxis hat Daniel Richter die
zeitgenössische Malerei auch institutionell geprägt. Nach einer
Gastprofessur an der Hochschule für bildende Künste Hamburg im Jahr
2003 folgte eine Professur für Malerei an der Universität der Künste Berlin
(2004–2006). Seit 2006 lehrt er an der Akademie der bildenden Künste Wien, wo er
bis heute als Professor für Bildende Kunst tätig ist. Seine Lehrtätigkeit gilt
als ebenso prägend wie fordernd: Nicht stilistische Kohärenz steht im
Vordergrund, sondern die Fähigkeit, Widersprüche auszuhalten und Malerei als
offenes Denkmodell zu begreifen.
Parallel dazu ist sein Werk international präsent. Einzel- und
Gruppenausstellungen führten ihn in Institutionen wie die Kunsthalle Tübingen,
zu Regen Projects in Los Angeles oder in den asiatischen Raum, unter anderem
nach Hangzhou. Seine Arbeiten befinden sich in bedeutenden öffentlichen
Sammlungen, darunter das Museum of Modern Art in New York, das Centre Pompidou
in Paris, die Hamburger Kunsthalle oder das Städel Museum in Frankfurt. Diese
institutionelle Verankerung unterstreicht die nachhaltige Relevanz seines Werks
über nationale Kontexte hinaus.
Die öffentliche Anerkennung spiegelt sich auch in zahlreichen
Auszeichnungen wider: Bereits 1998 erhielt er den Otto-Dix-Preis, 2002
folgten sowohl der Förderpreis für Junge Kunst Schleswig-Holstein als auch der
Preis der Nationalgalerie in Berlin. Spätere Ehrungen wie der Kunstpreis
Finkenwerder (2009) und der Kunstpreis der Schleswig-Holsteinischen Wirtschaft
(2025) markieren eine kontinuierliche Wertschätzung seines Œuvres über mehrere
Jahrzehnte hinweg.
In der Rezeption gilt Daniel Richter als eine Schlüsselfigur jener Malerei, die
Figuration und Abstraktion nicht versöhnt, sondern bewusst in Spannung hält.
Seine Bilder haben die Bildsprache der Gegenwart nachhaltig beeinflusst
und werden sowohl kunsthistorisch als auch marktwirtschaftlich stark rezipiert.
Hohe Auktionsresultate bestätigen seine Position im internationalen
Kunstbetrieb, ohne die kritische Unabhängigkeit seiner Arbeit zu relativieren.
Richters Bedeutung liegt weniger in ikonischen Einzelbildern als in der
Konsequenz, mit der er Malerei als reflexives, politisch aufgeladenes und
zugleich autonomes Medium behauptet.
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